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Die Handwerker waren zur Zeit der Ottomanen in
Zünfte (esnafe) aufgeteilt. Alle Handwerker die
aus dem selben, oder aus ähnlichen Gewerben
waren, waren in derselben Zunft. Alle Zünfte
hatten ihre eigene Behörde, und jede Zunft war
vollkommen unabhängig von den anderen Zünften.
An der Spitze jeder Zunft stand der Tschehaja,
der von den Handwerkern und deren Assistenten
gewählt wurde. Er war das Glied zwischen den
Handwerkern und denen die an der Macht waren.
Falls er seine Arbeit nicht gut verrichtete konnte
er jederzeit von jemand anderem abgereten
werden. In Zünften hatten alle Handwerker
strickte Regeln die sie folgen mussten.

Berühmt ist auch die Solidarität zwischen den Handwerkern zu der Zeit, so würde z.B. ein
Handwerker der diesen Tag etwas verkauft hat, seinen Kunden zu einem seiner Nachbarn, der
nichts verkauft hat, schicken, mit der Ausrede daß er dieses Produkt nicht hat, oder daß das
Produkt nicht gut genug war.In den Zünften waren Handwerker jeder Religion vertreten, doch nur
ein Muslime konnte der Chef sein. Getrennt organisierten sie religiöse Zeremonien, doch die
Kuschanme (Ausflüge, an denen Lehrlinge zu Handwerkern ernannt wurden) organisierten sie alle
zusammen. Alle vier Religionen waren z.B. vertreten in der Zunft der Goldschmiede; in der Zunft der
Schimede waren Muslime, Katholiken, und Orthodoxe vertreten; in der Zunft der Kurzwarnhändler
waren Muslime, Orthodoxe und Juden vertreten; in der Zunft der Kürschner waren einige Muslime
vertreten, doch zum meisten Teil waren dort Orthodoxe vertreten, usw. Zur Zeit der Ottomanen
waren Handwerker sehr wichtig für die Wirtschaft von der ein grosser Teil der Einwohner der Stadt
lebte.

       
   
     
       
     
 
     
 
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Mit der Ankunft der Österreichisch-Ungarischen Monarchie kamen die Handwerker in eine schlechte Position. Schon zur Zeit der Ottomanen stagnierte die
Arbeit vieler Handwerker, teils wegen dem Mangel an jungen Leuten die die Tradition fortsetzen könnten, teils wegen der neuen und modernen Technologie
für die Herstellung der Produkte. Mit der Ankunft dieser neuen Macht werden neue Wege eröffnet, und industriell hergestellte Produkte, die viel billiger als
die der Handwerker sind, erscheinen auf dem Markt. Auch die Lebensart und Mode ändern sich, so daß einige Arten des Handwerks fast ausgestorben
sind. Mit der Zeit verschwanden die Schwertschmiede, Waffenschmiede, und auch die Messerschmiede. Wegen den textilen Fertigfabrikaten, verschwanden
allmählich die Weber, Deckenweber, „kecedzije“ (sie machten Sattel aus Kuhhaut), Kurzwarenhändler, und die Kürschner, die ein Symbol Sarajevos waren,
vollkommen. Die Errinerung an diese Arten des Handwerks lebt nur noch durch die Namen der Strassen, wo sie sich einmal befanden, weiter.Viele der
Handwerker, wiederum, passen sich der neuen Zeit an, modernisieren die Herstellung, und überleben so. Neue Arten des Handwerks, so wie z.B. moderne
Schuchmacher, Schneider, viele Handwerker die die Drehscheibe zur Arbeit benutzen, Elektrotechniker und auch verschiedene Arten von Mechanikern,
erscheinen.Die österreichisch-ungarische Regierung versuchte jedoch auch einige Arten des Handwerks zu erhalten. Im Jahre 1892. gründete die
Staatsregierung einige Werkstätten zur Erhaltung der alten Arten des Handwerks. Gegründet wurden die Werkstätten für die Teppichweberei, die
Kunsthandwerker und die Strickerei. Neben der Gründung diesen Werstätten, versuchte die Staatsregierung auch anderen Handwerkern, durch die
Eröffnung von Berufsschulen und Kursen, zu helfen. Die ungeschriebenen Regeln der Zünfte wuden weniger und weniger befolgt, so daß die Zünfte zu der
Zeit allmählich selbst erloschen sind. Mit der Weiterentwicklung der Industrie und des Marktes, und der Modernisierung die im 20. Jahrhundert folgte,
starben einige Arten des Handwerks aus, und die wenigen die diese Zeit überlebten, mussten ihre Arbeitsweise der Zeit und der Nachfrage des Marktes
anpassen. Man muss anerkennen daß es in unserer Baščaršija noch viele Handwerker gibt, die den harten Zeiten trotzten, und die noch immer die
traditionelle Art des Hadwerks und ihre Produkte erhalten. Es gibt auch einige, die nur die nur den alten Namen des Handwerks und das Schaufenster
behielten, die jetzt aber etwas ganz anderes machen. So etwas muss man verstehen, denn die Handwerker leben von ihren Geschäften, und niemand wird
mehr Seidenbände, Knöpfe, und ähnliches verkaufen, wenn niemand diese Produkte heute kaufen will. Die meisten Hadwerker haben ihre Arbeit aber der
Zeit angepasst.Es gibt nur eine Möglichkeit die Tradition zu erhalten und den Handwerkern zu helfen von ihren Produkten zu leben, und zwar durch die
Zusammenarbeit der Regierung, der Museen, des Büros für die Erhaltung der Denkmäler und des Berufsverbands der Handwerker. Nur durch
Zusammenarbeit können wir etwas tun um die Baščaršija von allem was nicht traditionell und einer Stadt angemessen ist zu reinigen.

 

Nur auf diese Weise können wir die Kaufangewohnheiten und den Geschmack der heimischen, aber auch der Touristen aus anderen Ländern, beeinflüssen.
Zugleich steht Baščaršija aber immer zur Verfügung, wenn man kleine Kundendienste, Reparaturen oder Rat benötigt, den man nirgedwo sonst finden kann.

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